Irrtümer über den Badmintonsport

Irrtümer

Die meisten Leute haben Badminton in der einen oder anderen Form (Federball) gesehen und glauben daher, sie wüssten über Badminton Bescheid. Wie auch immer, Badminton ist vielleicht nicht ganz das, was Sie sich vorstellt haben. Häufig wird der Sport als „Kinderspiel“ unterschätzt. Ein paar der geläufigen Irrtümer sollen im Folgenden korrigiert werden:

„Badminton ist das Spiel, das wir alle bei Familien-Picknicks und im Hinterhof spielen, richtig?“ 

Die Picknick/Hinterhof – Version von Badminton heißt Federball. Badminton ist ein Sport, der in Hallen und mit einer viel besseren technischen Ausstattung gespielt wird. Federbälle kosten im Dutzend etwa zwischen 5 und 20 Euro und halten meist einen Satz lang. Die Kosten für einen Schläger betragen zwischen 10 und 175 Euro.

„Aber auch so ist das Spiel doch recht langsam, oder?“

Um Wettkampf Badminton zu spielen brauchen Sie Schnelligkeit, hervorragende Reflexe und eine schnelle Hand-Augen-Koordination. Der Federball wird mitunter mit der Geschwindigkeit eines Formel Eins Wagens, mit bis zu 330 km/h geschlagen. Das ist schneller als der schnellste Tennisaufschlag. Diese Geschwindigkeit kommt regelmäßig bei Ballwechseln auf Top-Niveau vor. Dazu sollte man bedenken, dass bei Doppelspielen oft 40 bis 50 Bälle in 20 Sekunden geschlagen werden. 

„Was sieht man denn beim Badminton?“

Ein Badmintonmatch besteht aus Laufen, Springen, Richtungswechseln, Ausfallschritten, Drehen, Strecken, Rückwärtslaufen und Schlagen. In einem typischen Match decken die leichtfüßigen Athleten jeden Zentimeter des Feldes ab. Hinzu kommt insbesondere beim Doppel eine ganze Menge an hoher Koordinationsfähigkeit. Trotzdem eignet sich Badminton auch sehr gut als Freizeitsport und kann das ganze Leben durch gespielt werden.

„Gut, aber auf dem kleinen Feld? Da Spiel ich lieber Tennis!“

Nun gut! Statistiken lügen nie! Vergleichen wir ein Wimbledon – Finale mit einem Weltmeisterschaftsfinale im Badminton. (Ich weiß leider nicht, auf welches Jahr sich dieser Vergleich bezieht). Das Wimbledon Endspiel dauerte 198 Minuten, das Badmintonfinale 76 Minuten. Sieht nicht gut aus für Badminton, richtig? FALSCH! Die effektive Zeit in der der Ball im Spiel war betrug 18 bzw.. 37 Minuten! Wenn man außerdem berücksichtigt, dass das Verhältnis der Anzahl der Schläge 1004 zu 1972 betrug und nimmt man an, dass der Spieler im Durchschnitt pro Schlag 7m läuft, so kommt der Tennisspieler auf 3,5km (500x7m)und der Badmintonspieler auf knapp 7km. Das heißt, der Badmintonspieler läuft die doppelte Strecke in weniger als der halben Zeit.
Diese Zahlen zeigen, wie hart und anstrengend Badminton ist. Tennis ist ein großartiges Spiel und die meisten Leute verstehen die athletischen Anstrengungen als Spitzenniveau. Durch folgendes Beispiel können Sie sehen, dass Top – Badmintonspieler wirklich in weltklasse Kondition sein müssen. Laut Wissenschaftler ist Badminton eine der Sportarten, deren Spieler die meiste Kondition benötigen.

An anderer Stelle habe ich einen ähnlichen Vergleich gelesen bei dem die während eines Spieles zurückgelegte Strecke weniger theoretisch ermittelt wurde, aber das Ergebnis war das selbe.

Noch ein paar weitere Statistiken?

Laut wissenschaftlichen Experten (Institut für Sporterziehung (Physical Education) an der Baylor Universität) ist Badminton eines der Konditionsfördernden Spiele. Während eines typischen 3 Satz Matches, das 45 Minuten dauert ist der Ball 20 Minuten im Spiel. In dieser Zeit macht der Spieler mindestens 350 Richtungswechsel von 90° oder mehr und schlägt den Ball etwa 400 mal. Ungefähr 150 dieser Schläge werden mit dem ganzen Arm ausgeführt statt nur aus dem Handgelenk heraus. Der Pulsschlag kann  für einen Spieler mit normaler Kondition auf bis zu 75 bis 125 steigen.

OK, ich bin überzeugt, dass Badminton ein harter Sport ist, aber ist er nicht ziemlich unpopulär?

Nicht im geringsten! Während Badminton in Amerika zu den Minderheiten Sportarten gehört ist er in Grossbritannien, Dänemark, Schweden und vor allem in den asiatischen Ländern China Indonesien, Malaysia und Korea sehr verbreitet. Besonders in Indonesien und einigen anderen asiatischen Ländern ist Badminton Volkssport Nr.1 und die Spitzenspieler werden dort so gefeiert wie bei uns die Fußballer. Bei den dortigen Meisterschaften herrscht eine Stimmung wie bei uns in den Eishockeystadien und das auch während der Ballwechsel. Ein für Tennis undenkbarer Zustand. In Deutschland ist Badminton in den letzten Jahren vor allem als Breitensport populär geworden und es wurden viele Tennishallen zu Badmintonhallen umgebaut weil sich damit auf gleichem Raum wesentlich mehr verdienen lässt. Im Spitzensport hat sich bei uns hingegen nicht sehr viel getan, was sicherlich auch daran liegt, das man mit diesem Sport für hiesige Verhältnisse nicht allzu viel Geld verdienen kann, auch wenn die Spitzenspieler aus Asien einige 50000 Euro pro Jahr verdienen was nicht zuletzt an ihrem Werbewert in ihrer Heimat liegt. Übrigens gehörten die Badmintonveranstaltungen bei den Olympischen Spielen in Seoul zu den ersten die ausverkauft waren und dies obwohl es sich nur um einen Demonstrationswettbewerb handelte.